„Auf das Kamasutra sind wir gestoßen, weil ich zu schnell komme. Darum haben wir Stellungen gesucht, die meine Freundin mehr reizen als mich. Und mit Hilfe der Abbildungen des Buches haben wir nacheinander alles ausprobiert.

Wir haben dann gemerkt, dass alle Positionen, in denen ich mich anstrengen muss, damit ich sie überhaupt einnehmen kann und dann auch noch halten muss, für mich am besten sind.

So konzentriere ich mich mehr auf die Sex-Stellung, als auf meine sexuellen Gefühle und dadurch haben mein Spatz und ich längeren und vor allem besseren Sex.“ – Maria S., 36 J. aus Düsseldorf 

Ausgerechnet ein Eremit hat das erotische Liebeswerk verfasst. Und es hat sogar im Gegensatz zu vielen anderen Schriftstücken die Jahrhunderte überdauert. Warum?

Das Kamasutra ist kein bloßes Stellungsbuch, zudem es bei uns oft gemacht wird.

Im Gegenteil: Im Kamasutra gibt es Hilfen für die perfekte Partnersuche, Tipps für den Umgang mit Rauschmitteln sowie Kapitel zur Prostitution und Ethik. Die im Original vorhandenen Kapitel zur Homosexualität, wurden allerdings beim Übersetzen ins Englische und Deutsche absichtlich weggelassen.

Die prägnanteste Stelle des Gesamtwerkes ist sicherlich diese: Frauen und Männer werden nach der Größe ihres Geschlechtsteils eingeteilt. Auf der weiblichen Seite gibt es kleine Gazellen, mittlere Stuten und große Elefantenkühe. Auf der Männerseite kleine Hasen, mittlere Stiere und große Hengste. Nach dem Kamasutra passen gleichgroße Paarungen am besten zusammen, wie die kleine Gazelle und der kleine Hase. Treffen aber nun Hasen auf Elefantenkühe, dann gibt es Sexstellungen, die das Ungleichgewicht – „von der Salami in den Hausflur“ schmeißen – ausgleichen. Wie praktisch!

Spannend sind vor allem auch die detaillierten und exakten Abbildungen.

Obwohl das Kamasutra sehr stark auf die aktive Rolle des Manns und die passive Rolle der Frau abzielt, heißt das nicht, das einer erleidet und erduldet und der andere bestimmt und durchsetzt, sondern man spielt reizvoll mit den Gegensätzen. Die Frau hat das gleiche Recht auf Lustbefriedigung wie der Mann.
Und obwohl das Kamasutra körperliche Begierden und Bedürfnisse in den Vordergrund rückt, richtet es sich gegen fleischliche Zügellosigkeit und Rohheit.
Das Buch sieht Sexualität umfassend, verbindet sie mit Disziplin, Vernunft und Seele.
Wer sich für Kamasutra interessiert, sollte sich auch unseren Artikel „Slow-Sex“ ansehen, sich unser dazu passendes Video anschauen oder sich wirklich mal das Original vorknöpfen – das erweitert den Horizont. Und das kann das ganze Sexualleben ungeahnt beflügeln und vollkommen erneuern …